Gesundheitsbehörden in Österreich und Italien schlagen Alarm: Bestimmte sizilianische Cocktailtomaten stehen im Zusammenhang mit einem wiederkehrenden Salmonellenausbruch. Da Waschen allein nicht schützt, wird dringend vom rohen Verzehr abgeraten.
Wer in diesen Tagen Tomaten für Salate oder den schnellen Snack zwischendurch kauft, sollte genau auf das Herkunftsetikett achten: Die österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) warnt aktuell im Auftrag des Gesundheitsministeriums eindringlich vor dem Verzehr roher Cocktailtomaten, die aus den sizilianischen Provinzen Ragusa und Caltanissetta stammen. Auch in Italien wird über Medien und Behörden vor dem unbedachten Rohverzehr dieser Chargen gewarnt.
Warum gründliches Waschen diesmal nicht ausreicht
Normalerweise lassen sich oberflächliche Verunreinigungen von Obst und Gemüse durch kaltes oder lauwarmes Abwaschen deutlich reduzieren. Im aktuellen Fall liegt das Problem jedoch tiefer: Bei den betroffenen Früchten handelt es sich um den seltenen Stamm Salmonella Strathcona. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Bakterien unter bestimmten Wachstums- und Bewässerungsbedingungen nicht nur an der Schale haften bleiben, sondern bis tief in das innere Pflanzengewebe der Tomaten eindringen können.
Aus diesem Grund schützt herkömmliches Waschen oder Abreiben nicht vor einer Infektion. Die Expertinnen und Experten raten daher: Wer Cocktailtomaten aus den genannten Regionen zu Hause hat, sollte sie vor dem Essen zwingend vollständig durcherhitzen (etwa beim Kochen von Pastasaucen, Schmoren oder im Backofen), da Hitze die Erreger zuverlässig abtötet.
Europaweiter Ausbruch mit Hunderten Fällen
Die Warnung kommt nicht ohne Grund: Bereits seit Sommer wurden in über zehn europäischen Ländern mehr als 160 bestätigte Fälle registriert, über 100 weitere Verdachtsfälle werden derzeit noch laborchemisch geprüft. Auch in Österreich wurden seit Ende Juli bereits knapp 30 Erkrankungen dokumentiert – mehrere Betroffene mussten stationär im Krankenhaus behandelt werden. Einige Patienten hatten sich zuvor direkt während eines Urlaubs in Italien infiziert.
Genetische Untersuchungen der Erreger belegen, dass der aktuelle Stamm eng mit Vorfällen aus den Vorjahren verwandt ist. Bei früheren Beprobungen konnte derselbe Salmonellenstamm unter anderem im Bewässerungswasser sizilianischer Anbaubetriebe nachgewiesen werden. Die Behörden betonen allerdings, dass die Warnung vor dem Rohverzehr nicht automatisch bedeutet, dass die Schuld primär bei einzelnen Händlern oder Exporteuren liegt, sondern dass es sich um eine komplexe Kontaminationskette im Anbau handelt.