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# Spritpreise explodieren: Gewerkschaft schlägt Alarm – Droht Südtirol eine 350-Millionen-Krise?
- URL: https://suedtirolnow.it/spritpreise-explodieren-gewerkschaft-schlagt-alarm-droht-sudtirol-eine-350-millionen-krise/
- Published: 2026-10-17T20:16:42.000Z
- Updated: 2026-10-17T20:33:11.000Z
- Author: Patrick Graber
- Tags: Chronik

**Die Teuerung an den Zapfsäulen spitzt sich weiter zu. Die Beamtengewerkschaft FLP warnt vor massiven Folgen für Südtirol und fordert sofortige Gegenmaßnahmen der Landespolitik: Mehr Homeoffice und digitale Amtswege sollen Pendler entlasten und Sprit sparen.**

Die anhaltende Treibstoffkrise droht nun auch Trentino-Südtirol mit voller Wucht zu treffen. Nachdem Proteste von Spediteuren und Landwirten sowie erste Versorgungsengpässe in Mittel- und Süditalien für Unruhe sorgen, schlägt die Gewerkschaft des öffentlichen Dienstes (*Federazione lavoratori pubblici*, FLP) Alarm: Die Teuerungswelle bei Benzin und Diesel gefährde Familien, Pendler und die regionale Wirtschaft gleichermaßen.

### Bis zu 350 Millionen Euro Mehrbelastung

Die Zahlen, auf die sich die Gewerkschaft beruft, sind alarmierend: Allein für das laufende Jahr 2026 könnte die Teuerung an den Zapfsäulen in der gesamten Region zu einer Mehrbelastung von rund **350 Millionen Euro** im Vergleich zum Vorjahr führen.

Neben den finanziellen Belastungen für die Haushalte wächst die Sorge vor Lieferkettenproblemen. Entlang der Brennerautobahn – der zentralen Lebensader für den Warentransport – drohen zusätzliche Verzögerungen und Staus die Lage weiter zu verschärfen.

### Die Forderung: Mobilität reduzieren statt abwarten

Um Treibstoff und Energie einzusparen, fordert die FLP rasche, unbürokratische Maßnahmen. Statt die Bevölkerung täglich ins Auto zu zwingen, solle das Land seine Autonomie nutzen und gezielt Pendlerfahrten reduzieren:

- **Ausbau von Smart Working:** Öffentliche Verwaltungen sollen mobiles Arbeiten spürbar ausweiten. Auf nationaler Ebene hat die Gewerkschaft bereits einen Vorstoß bei Minister Paolo Zangrillo eingereicht.
- **Virtuelle Bürgerschalter:** Behördengänge sollen per Videoanruf von zu Hause aus erledigt werden können, um unnötige Fahrten in Städte wie Bozen oder Trient zu vermeiden.
- **Digitalisierung & KI:** Verwaltungsverfahren und Bürgerservices sollen durch moderne Digitalisierung und den Einsatz künstlicher Intelligenz beschleunigt werden.
- **Fortbildung von daheim:** Die mindestens 40 Pflicht-Fortbildungsstunden für Angestellte im öffentlichen Dienst sollen künftig vollständig digital und aus der Ferne absolviert werden.

### Appell an Landeshauptmann Kompatscher

Die Gewerkschaftsvertreter Giuseppe Vetrone und Claudia Urgesi fordern eine offizielle Anhörung bei Landeshauptmann Arno Kompatscher und den Mitgliedern des Regionalrats. Ihr Standpunkt: Südtirol und das Trentino dürften nicht tatenlos auf Beschlüsse aus Rom warten, sondern müssten ihre autonomen Spielräume sofort nutzen, um Bürgerbudgets zu schonen, den Verkehr auf den Straßen einzudämmen und den Treibstoffverbrauch spürbar zu senken.

[**Zum Spritpreis-Dashboard**](https://suedtirolnow.it/spritpreise/)